Tag 8 – Pray, Chill & Battle

Die erste Woche liegt nun hinter uns und wir haben uns nach dem gestrigen Kirmesprogramm das ausschlafen redlich verdient. So starteten wir erst um 10:30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst vor den AK Hütten am See. Was für ein tolles Bild. Alle Teilnehmer:Innen gemeinsam mit den Mitarbeitern auf der kleinen Fläche vor den Hütten, einfach traumhaft. Wir konnten die Veranda perfekt als Bühne umfunktionieren und das Wetter spielte uns heute wieder in die Karten. Daher haben wir nach dem Mittagessen ein gemeinsames Badeprogramm mit allen eingelegt und die große Badestelle für uns in Beschlag genommen.
Um 15:00 Uhr ging es dann actionreich weiter mit den Hüttenkämpfen „Mario Party“. Organisiert durch die Camper:Innen gab 10 Stationen bei denen wirklich alle gefragt waren. Zwischen Sport, Geschicklichkeit, Wissen, und vielen weiteren Aufgaben konnte jeder seine Ressourcen in das Team einbringen. Eine große Siegerehrung mit vielen unerwarteten Gewinner:Innen rundete das Programm ab.
Am Abend gab es ein Kinoprogramm für das ZH2 und die Ferienhäuser. „The Greatest Showman“ heute bei uns im Kino. Ein Teil der Camper:Innen schließen sich diesem Programm an während einige den Vorteil des „Älter seins“ nutzten um das Endspiel: Italien – England der Europameisterschaft im Camp zu sehen.
Wir wünschen eine Gute Nacht!

Tag 7 – CVJM Hattingen, einfach lebendig

Leicht irritierte Blicke der FH-Kinder, als sie zum Frühstück in ihren Gruppenraum kommen: Die Tische stehen anders. An der Wand hängen zwischen Birkenstämme gespannte und mit Namen vollgeschriebene Lederstücke. Wenige checken es. In der Nacht auf Samstag war „Hasenabend“. 10 Neue wurden aufgenommen in den Club derer, die mindestens 3x an einer Brahmseefreizeit teilgenommen haben. Nach dem Frühstück gehen einige an den Tafeln entlang. „Die kenne ich“ – und dann ist es die Tante oder sogar der Opa. Zum 60-ten Mal dass der CVJM-Hattingen jetzt zur Kinderfreizeit an den Brahmsee fährt. Wahnsinn! Hier an den Tafeln ist es mit am stärksten ablesbar. Heute, zum „Bergfest“ der Freizeit, soll das Jubiläum Raum haben. Die ursprünglich groß geplanten Feierlichkeiten mussten wir aufgrund der Pandemie natürlich schon vor Monaten absagen. Als ich am Donnerstag spät abends auf dem Waldheim-Gelände ankam, stiegen somit auch weder die Superintendentin noch unser Hattinger Bürgermeister mit aus dem Auto. Den Ball flach halten – so hatten wir uns vorgenommen.
Nach über 2 Jahren jetzt wieder hier zu sein war für mich beides: Auf der einen Seite viel Vertrautheit mit den Orten, dem See, dem Wald; viel wunderbares Wiedersehen (ohne Maske!) vor allem mit Kindern und Mitarbeitern! Aber auf der anderen Seite aus dem gewissen Abstand heraus auch noch mal ein hoher Respekt vor all dem, was dieses Fleckchen Erde für mich und für so viele andere aus Hattingen und Umgebung zu einem so ganz besonderen und bedeutenden Ort macht.
Beim morgendlichen Zusammenkommen am Andachtsstein heute am Samstag spüre ich einen gewissen Stolz auf die Kinder, die Mitarbeiter, darauf, dass es immer noch funktioniert. Ja, ich bin sicher: Eine Freizeit in dieser Form gehört zu den Dingen, von denen wir jetzt im Schatten von Corona einmal mehr begreifen, wie elementar wichtig sie sind. „Aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen miteinander umzugehn“ singen sie recht laut und gar nicht schlecht bei der Andacht eines der Lieder, von denen ich vor wenigen Monaten noch gesagt hätte, dass wir sie mal aus dem Liedheft entfernen könnten. Ist es das, was den B.see ausmacht? Das, was sie jetzt seit einer Woche wieder entdeckt haben, aber womit sie sich auch seit einer Woche immer mal wieder gehörig abmühen mussten: „Lernen miteinander umzugehn“. Gar nicht so einfach, wenn alle gerade aus mehr oder weniger kontinuierlichen 15 Monaten Dauerlockdown und viel „Auf-sich-selbst-gestellt-sein“ zurück kommen!
Da ist das schon legendäre „Müllsack-Spiel“ für Samstag-Vormittag genau das Richtige. Erst recht, weil vom Team viele kreative Varianten eingebaut wurden und kurz erklärt werden müssen, bevor es losgeht und sie sich im weiten Gelände von den Kindern fangen lassen müssen.
Am Nachmittag dann gibt’s die „Jubiläums-Veranstaltung“: Keine langen Reden, keine Fotoserien aus 6 Jahrzehnten oder ähnliches. Stattdessen eine entspannte Mischung aus Kirmes und Zirkus, mit einigen Spielgeräten, die auch das Waldheim nicht alle Tage zu Gesicht bekommt! Einfach herrlich, wie Ben sich freut, als beim Fußball-Dart der Ball nach seinem Hammer-Schuss auf der 1 haften bleibt. Und wie es sich für eine Kirmes gehört, gibt es dort auch allerlei Leckeres, vom Slush-Eis über Popcorn bis hin zu Cookies am Stil. Getoppt wird es kulinarisch eigentlich nur durch das große Aufgebot an Leckereien vom Grill, die heute das sonst übliche Abendessen ersetzen. Draußen auf den Bänken zu essen fühlt sich an wie in einem riesigen Garten-Restaurant. Dirk Hagemann, unser CVJM-Vorsitzender, der dies seit Tagen vorbereitet hat, grinst zu Recht zufrieden, als ich ihn für einen Moment auf einem Stuhl um die Ecke sitzen sehe.
Während die Camper aufräumen, geht es für die Kinder am Strand weiter. Fürs Tanzen zur Musik ist es für die meisten zwar noch ein wenig zu hell (es sind ja alle auch aus der Übung!), aber gute Stimmung kommt dennoch auf. Und die geht auch nicht verloren, als es ab 22 Uhr nur leise (und eben statt verstärkt nur unplugged)  weitergehen darf. Ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist schließlich die Feuershow, die von der Zirkusfamilie vom Nachmittag um 22.30 Uhr in der nächtlichen Strandidylle vorm Steg abgefackelt wird. Als sich gegen 11 alle im großen Kreis und unterm Nachthimmel zu „Gute-Nacht-Kameraden“ an den Händen halten, ist das Leuchten in den Augen immer noch da.
Seit 1961 Brahmsee – und immer wieder neu gemeinsames Erleben, das sich tief in die Biografie der Einzelnen eingräbt. Grund, Danke zu sagen. Und für Julien Middelmann und sein großes Team Herausforderung genug, die Ärmel auch für die nächsten Jahre hochzukrempeln. Dass es sich lohnt, weißt du nach so einem Tag – der natürlich wieder einmal spät endet.

Tag 6 – It´s Raining Man (Hallelujah)

Trotz eines verregneten Starts in den Tag hatte das FH viel Spaß bei einem Parcour durch den Wald. Währenddessen versuchte das ZH2 beim Schmuggler-Spiel ihre besonderen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Mittags konnte sich das ZH2 in ihren Kursen und das FH in einem Sportworkshop auspowern. Die Camper konzentrierten sich am Morgen auf ihre Einheit zum Thema Spirits und fingen dann schon mit den nächsten Vorbereitungen an. Denn der nächste große Hüttenkampf soll für die beiden anderen Lager eine tolle Herausforderung werden.
Hinter verregneten Fensterscheiben am Abend löste das ZH2 kniffelige Rätsel bei einem Escape Room. Das kleine Lager entspannte sich währenddessen bei einem chilligen Wellness-Abend. Die Camper amüsierten sich bei einem guten Film und Popcorn.
Und jetzt… psst … es ist Hasen-Abend aber dieser bleibt wie immer ein Geheimnis…

Tag 5 – Be(Geist)erung

Im Anschluss widmete sich das FH wieder den Kursen, der Kanukurs wurde durch das trockene Wetter trotz schlechter Vorhersage reichlich belohnt. Im Survival Kurs ging es heute tief in den Wald um die eigenen Kenntnisse & Fertigkeiten weiter auszubauen.  Alles rund um das Leben im Wald in einer möglichen Notsituation ohne vorgegebene Hilfsmittel. Themen wie Geländeorientierung, Schutz, Ausrüstung, Erste Hilfe, Unterschlupf, Feuer etc. stehen hier auf dem Programm.

Das ZH2 setzte alle Karten auf ein paar Teambuildingspiele und brachte somit die Hütten noch mehr zusammen.

Nach dem Mittagessen und der freien Zeit geht es im ZH2 weiter mit dem Spiel „Werwolf“. Werwolf ist ein interaktives Rollenspiel (bei uns als Geländespiel) bei dem die Lagerbewohner nicht wissen wer die Werwölfe sind und eben diese versuchen die Bewohner auszuschalten.

Das FH bringt mit dem traditionellen Geländespiel „Capture the Flag“ nochmal ordentlich Bewegung in die Gruppen. 

Das Camp hatte am Morgen die Einheit „Reden vor Gruppen“ und hat danach angefangen die Programmpunkte für die beiden Lager am Abend zu planen. Heute hatten sie nämlich ihren ersten richtig großen Einsatz. Das Camp entschied sich im FH für einen Escape Room und im ZH2 für ein actiongeladenes Geländespiel welches sie selbst entwickelt haben. Good Job!

Tag 4 – Wellness

Nach der Morgenandacht begann das ZH2 heute ebenfalls mit den Kursen. Hier gibt es die Auswahl zwischen Kanu, Tanzen, Survival, Musik & Fotografie. Bei einem sonnigen Start in den Tag konnten hier alle Kurse ebenfalls nach Plan stattfinden. Das FH nutze die Zeit und den freien Sportplatz um eine Partie „Baseball mit Hindernissen“ zu spielen. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter mit dem ersten gemeinsamen Programmpunkt.
FORTNITE
Der Computer Survival-Koop-Shooter „Fortnite“ erfreut sich bei Jugendlichen (leider) größter Beliebtheit. Wir haben dieses Computerspiel an den Brahmsee geholt und für ein Gruppenspiel angepasst. Durch einen kleiner werdenden Kreis, der das Spielfeld vorgibt, sind die Teilnehmer:innen dazu gezwungen, immer in Bewegung zu bleiben und sich an neue Situationen und örtliche Gegebenheiten anzupassen. Teamwork und Beobachtungsgabe sind extrem wichtig, was es zu einem perfekten Geländespiel macht. Die Camper haben uns bei der Umsetzung dieser Spielvariante bestens unterstützt.
Den Abend ließen sich die Teilnehmer:innen vom ZH2 verwöhnen und haben den Wellnessabend auf dem Programm gehabt. Die völlige Entspannung zwischen chilliger Musik und vielen Angeboten mit der Extraportion für Körper & Geist.
Im FH wurde es nochmal wild mit unserer eigenen Version der Spieleshow „Extreme Activity“. Hier treten die Hütten gegeneinander an und müssen Begriffe aus verschiedenen Bereichen „mündlich umschreiben“, „pantomimisch darstellen“ oder „malen“ erraten.
So Sonne verschwindet hinter dem Brahmsee und wir beenden diesen sonnigen Tag gemäß unserem Abendritual.

Tag 3 – Kursstart

Heute Morgen starteten wir nach dem Frühstück gemäß unserem Morgenritual gemeinsam um 09:00 Uhr am Andachtsstein zur Morgenandacht. Diese wurde eigenständig durch die Camper organisiert und durchgeführt.
Nach dem gemeinsamen Einstieg ging es dann in die einzelnen Lager für den ersten Programmpunkt. Das ZH2 setze auf ein Baseballturnier und hatte somit den sportlichsten Einstieg des Tages. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten den Baseball wirklich aus der Luft zu treffen, entwickelte sich der weitere Spielverlauf zu einer rasanten Partie.
Das FH startete entspannter und setzte den Joker auf die Kreativität der Teilnehmer. Im Kreativworkshop wurden die mitgebrachten weißen T-Shirts nach eigenen themenorientierten Ideen gestaltet und teilweise auf Wunsch in Farbe gebatikt. Darüber hinaus wurden Armbänder geflechtet und mit den kleinsten Papierflugzeuge gebastelt um diese in einem Wettbewerb gegeneinander antreten zu lassen.
Trotz schlechter Wettervorhersage konnte der Kanukurs im FH bei gutem Wetter am Nachmittag starten und den Brahmsee erforschen. Ebenso lief der Survival-Kurs sowie Fotokurs unter besten Voraussetzungen. Das ZH2 spielte unser beliebtes Schmugglerspiel und dealte die „Heiße Ware“ zwischen der kleinen und der großen Badestelle.
Ein Abendausklang mit dem Detektivspiel Codenames im ZH2 und einer Spielerunde im FH runden das Abendprogramm ab.
Das Camp widmete sich der Einführung in die Spielepädagogik. Spielarten und Spielplanung standen auf dem Programm. Welche Spielarten gibt es überhaupt und warum spielen wir? Neben Spaß und Unterhaltung hat das Spiel die entscheidende Funktion des sozialen Lernens und zeigt dem Spielleiter darüber hinaus die wahren Gesichter der Teilnehmer.
Gute Nacht Kammeraden summt über den Brahmsee der beiden Lager während das Camp noch ein bisschen Freizeit nach der Abendandacht genießt.